Tinnitus-Einstellung verändern – So funktioniert es

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Deine innere Einstellung gegenüber deinem Tinnitus zu verändern, kann dir enorm dabei helfen, deine Ohrgeräusche loszulassen.

Eine negative Tinnitus-Einstellung bedeutet, dass dein gesamtes System deinen Tinnitus als Feind bewertet (warum das so ist, erkläre ich im weiteren Verlauf des Artikels). Dieser Umstand führt dazu, dass dein Körper mehr und mehr in den „Alarmzustand“ geht. Und dieser Stresszustand sorg dafür, dass du deinen Tinnitus intensiver wahrnimmst.

Der Alarmzustand ist unter anderem durch folgende Symptome gekennzeichnet:

  • Verengte Blutgefäße (im Kopfbereich)
  • Angespannte Muskeln (im Nacken-, Kiefer- und Halsbereich)
  • Überempfindlichkeit der Sinnesorgane (erhöhte Sensibilität des Gehörs.)

Diese drei Symptome sorgen dafür, dass deine Ohrgeräusche stärker werden. Wenn du deinen Körper langfristig aus dem Alarmzustand befreien kannst, wirst du deinen Tinnitus bis auf ein Minimum reduzieren – oder sogar vollständig heilen können.

Wie du deine innere Einstellung gegenüber deinem Tinnitus verändern und deinen Körper damit mehr und mehr aus dem Alarmzustand befreien kannst, möchte ich dir jetzt erklären.

Wie eine negative Tinnitus-Einstellung entsteht

negative Tinnitus Einstellung

Wir Menschen sind Reiz-Reaktions-Wesen. Bedeutet: Wir sind Reizen ausgesetzt und auf diese Reize reagieren wir mit einem Gefühl – ohne dass wir uns bewusst dafür entscheiden können, mit welchem Gefühl wir auf diesen bestimmten Reiz reagieren.

Was bedeutet das im Hinblick auf Tinnitus?

Als der Tinnitus erstmals bei dir aufgetreten ist, hast du mit einem bestimmten Gefühl auf deinen Tinnitus reagiert. Höchstwahrscheinlich hat der Tinnitus Angst in dir ausgelöst. Angst entsteht immer dann, wenn wir nicht wissen, was passiert. Ungewissheit erzeugt Angst. Der Tinnitus ist entstanden und dein Körper hat mit Angst reagiert, weil etwas in dein Bewusstsein gedrungen ist, das dein System davor noch nicht kannte.

Diese Angst führte zu negativen Gedanken. Vielleicht kamen Gedanken in dir hoch wie: „Werde ich dieses Geräusch jemals wieder loswerden?“ oder „Steckt hinter diesem Geräusch vielleicht eine schwere Krankheit?“

Diese Gedanken führten dazu, dass deine Angst immer größer wurde. Angst bedeutet für deinen Körper immer Stress. Dieser Stress führte dazu, dass dein Tinnitus intensiver wurde.

Vielleicht bist du anschließend zu dem HNO-Arzt deines Vertrauens gelaufen. Er hat dir Medikament verschrieben (Kortison-Tabletten, durchblutungsfördernde Mittel etc.). Du hast diese Medikamente eingenommen – und wurdest enttäuscht. Weil sie nicht gewirkt haben. Deine Angst wurde immer größer. Deine negativen Gedanken im Hinblick auf deine Ohrgeräusche vermehrten und intensivierten sich.

Dein seelisches / emotionales Wohlbefinden hat sich mit der Zeit enorm verschlechtert. Deine Ohrgeräusche weckten immer mehr Ärger und Wut in dir. Du wurdest immer reizbarer. Und diese Emotionen beeinflussten vielleicht deine Beziehung oder deine Arbeit negativ. Du gabst den Ohrgeräusche die Schuld für diese Probleme.

In dir kamen vielleicht Gedanken hoch wie: „Wegen meinem Tinnitus läuft meine Beziehung nicht mehr!“ oder „Der Tinnitus raubt mir meine Konzentration – deshalb läuft es in der Arbeit nicht mehr“.

Diese negativen Gedanken führten mit der Zeit zu einer negativen Grund-Einstellung gegenüber deinen Ohrgeräuschen, die sich tief in dein Unterbewusstsein eingebrannt hat.

Diese negative Tinnitus-Einstellung führt zu negativen Gefühlen (Wut, Ärger, Angst) und dieser Stress führt dazu, dass dein Tinnitus stärker wird.

Erkenne das Problem

Negative Gedanken führen also zu einer negativen Einstellung. Und die treibende Kraft für negative Gedanken sind negative Gefühle. Bedeutet: Wenn dein Tinnitus keine negativen Gefühle mehr in dir weckt, entstehen auch keine negativen Gedanken mehr, die zu einer negativen Tinnitus-Einstellung führen können.

Es geht also darum, das Gefühl zu heilen bzw. zu transformieren, das hinter deinem Tinnitus steckt und dafür sorgt, dass negative Gedanken überhaupt erst entstehen können, die dann eine negative Tinnitus-Meinung bilden.

Ich kenne viele Therapeuten, die versuchen, eine negative innere Haltung mit Gedanken zu verändern. Oft bekam ich zu hören: „Du wirst dir eine positive Tinnitus-Einstellung aneignen können, wenn du anfängst, positiv über deinen Tinnitus zu denken.“

Mag sein, dass man eine positive Tinnitus-Einstellung erreichen kann, wenn man anfängt, positiver über seine Ohrgeräusche zu denken. Doch damit löst man nicht das eigentliche Problem. Was bringt mir eine positive Tinnitus-Einstellung, wenn sich das Gefühl, das der Tinnitus in mir auslöst, nicht verändert?

Gefühle lassen sich niemals wirklich nachhaltig durch Gedanken transformieren (Jetzt treibe ich wahrscheinlich viele Psychologen zur Weißglut). Ja, man kann Gefühle durch Gedanken verändern. Aber diese Gefühle bleiben immer im System gespeichert und sabotieren damit unsere Lebensqualität und unsere Gesundheit, weil sie nicht transformiert, sondern nur kurzfristig durch Gedanken verändert wurden.

Ganz einfaches Beispiel: Wenn du abends auf der Couch liegst, und unglaubliche Lust verspürst, eine Tafel Schokolade zu essen – du dir in Gedanken aber selbst sagst: „Iss diese Schokolade nicht! Bleib stark! Du bist doch auf Diät!“
Was glaubst du, welche Kraft wird gewinnen? Das Gefühl, oder die Gedanken? Natürlich das Gefühl. Du wirst die Schokolade essen, weil dich dein Gefühl dazu getrieben hat.

Transformiere den Stress, den der Tinnitus in dir auslöst

Stress und Tinnitus

Im folgenden Verlauf möchte ich näher darauf eingehen, wie du den Stress lösen kannst, den der Tinnitus in dir triggert. Damit wirst du deine negative, innere Haltung gegenüber deinen Ohrgeräusche automatisch verändern und deinen Tinnitus mehr und mehr loslassen können.

Ich lade dich dazu ein, folgende Übung durchzuführen. Sie wird dir dabei helfen, den vom Tinnitus ausgelösten Stress in Freude zu verwandeln. Du kannst deinen Körper dadurch aus dem Alarmzustand befreien und deinen Tinnitus heilen.

Begebe dich für diese Übung in eine ruhige Umgebung. Lege dich bequem hin (du kannst dich auch bequem hinsetzen) und schließe deine Augen.

Atme einige Male tief durch die Nase in den Bauch hinein, halte deinen Atem kurz an und lass deinen Atem anschließen durch deinen Mund austreten.

Richte nun deinen mentalen Fokus (deine Aufmerksamkeit) auf deinen Tinnitus. Bleibe für eine Weile mit deinem Fokus bei deinen Ohrgeräuschen. Du wirst merken, dass Stress in dir ausgelöst wird, während du dich auf deinen Tinnitus fokussierst. Dein Tinnitus wird negative Gefühle in dir auslösen. In den allermeisten Fällen triggern Ohrgeräusche Angst, Wut, Trauer und Ärger.

In welcher Region deines Körpers kannst du die ausgelösten Gefühle wahrnehmen? Angst spürt man häufig im Bereich des Halses. Wut und Ärger häufig im Bereich des Bauches. Trauer häufig im Brustbereich. Nachdem du die Körperstelle lokalisiert hast, kannst du deine beiden Hände auf genau diesen Bereich legen, unter dem sich das Gefühl befindet.

Fange nun an, deine Aufmerksamkeit auf das Gefühl zu lenken. Gefühle sind da, um gefühlt zu werden. Doch sind wir mal ehrlich: Wie oft nehmen wir uns bewusst Zeit dafür, um unseren Gefühlen die nötige Aufmerksamkeit zu geben, indem wir sie wirklich fühlen?

Aufmerksamkeit schafft Transformation. Stell dir deinen mentalen Fokus wie eine heilende Kraft vor. Je öfter und länger du dich auf das Gefühl fokussierst, dass durch deinen Tinnitus in dir geweckt wird, desto weniger intensiv wird das Gefühl. Und mit der Zeit wirst du das Gefühl vollständig heilen können.

Lasse zu, was zugelassen werden möchte

Wichtig ist, dass du zulässt, was zugelassen werden möchte, während du deine Aufmerksamkeit auf dein „Tinnitus-Gefühl“ lenkst. Nehmen wir an, dein Tinnitus triggert ein Gefühl der Trauer in dir. Wenn du anfängst, dieses Gefühl aufrichtig zu fühlen, kann es möglich sein, dass Tränen fließen wollen. Lasse diese Tränen unbedingt zu. Gefühle möchten nicht nur gefühlt, sondern auch ausgedrückt werden.

Mein Tinnitus hat überwiegend Wut in mir getriggert. Als ich das Gefühl der Wut bewusst gefühlt und angenommen habe, merkte ich, wie mein Körper anfing zu zittern. Dieses Zittern war eine Maßnahme, um das Gefühl – bildlich gesprochen – „abzuschütteln“. Mein Körper konnte die Wut, die mein Tinnitus in mir weckte, durch das Zittern und Schütteln aus meinem Organismus entladen. Damit entspannte sich mein Körper enorm und mein Tinnitus wurde von Tag zu Tag besser.

Zittern, Tränen, Schütteln – all diese unwillkürlichen Reaktionen helfen deinem Körper dabei, den getriggerten Stress aus deinem System zu entladen. Deshalb ist es so wichtig, dass du dich diesen körperlichen Reaktionen widerstandslos hingibst, sofern sie auftreten.

Wenn du meine Arbeit unterstützen möchtest, dann teile diesen Artikel doch gerne auf deinen sozialen Netzwerken – oder sende den Link dieses Artikels in eine Tinnitus-Facebook-Gruppe. Lass uns gemeinsam daran arbeiten, dass dieses Wissen so viele Betroffene wie möglich erreicht.

Wer schreibt hier?

Hallo, ich heiße Andreas und habe diese Website ins Leben gerufen. Nachdem ich 2016 an Morbus Meniere erkrankte, litt ich an plötzlich anfallenden Drehschwindelattacken und starken Ohrgeräuschen.

Nach unzähligen gescheiterten Therapien machte ich mich selbst auf die Suche nach Lösungen und habe Wege gefunden, die mir halfen, meinen Tinnitus zu heilen.

Heute begleite ich Menschen 1:1 auf ihrem Weg zu mehr Ruhe im Ohr. Meine Erfahrungen teile ich auf diesem Blog. Ich freue mich, dich auf deinem Weg zur Stille begleiten zu dürfen.

Mehr über mich findest du hier

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